Ob man als Bürodrucker einen Tintenstrahldrucker oder Laserdrucker verwenden soll, fällt keinem leicht. Mittlerweile findet man in den meisten Büros bereits beide Drucksysteme. Ricoh präsentiert noch eine dritte Möglichkeit, den Gelsprinter, der sogenannte Geldrucker.


Das Drucken mit Flüssig-Gel ist eine Sonderform der Tintenstrahltechnik.


Geschichte:

Ricoh führte im Jahr 2005 den ersten Gel-Drucker in den deutschsprachigen Markt ein. Der Grundgedanke bei dieser Entwicklung war der Laserdruck Technologie entgegenzuwirken. Dabei sollte der Geldrucker die Nachteile der Tintenstrahltechnologie wie langsamer Druck, verschmierende Ausdrücke, Licht- und Wasserbeständigkeit aus dem Weg räumen und gleichzeitig die Vorteile der Tintenstrahl-Technik wie leuchtende und intensive Farben, detailtreuer Fotodruck sollten beibehalten werden.


Funktion:


Die Gel-Tinte besitzt eine zähe Konsistenz, im Gegensatz zu herkömmlicher Druckertinte, bereits beim Auftreten auf das Papier verdunsten die Flüssiganteile im Gel-Tropfen und trocknen schnell. Die Tinte geliert, sodass auf dem frischgedruckten Dokumente nicht mehr verwischen können. Die verwendete Flüssig-Gel Formel basiert auf ganz feingemahlener Pigmenttinte und nicht auf Farbstoffen, sodass das Druckpapier sich weniger wellt als bei üblichen Tintenstrahlern. Diese Eigenschaft macht sich bei doppelseitigem Druck sehr erkenntlich.
Eine weitere Besonderheit ist der deutlich breitere Druckkopf als bei herkömmlichen Tintenstrahldruckern, welcher mit 384 Düsen bestückt ist und eine Auflösung von mindestens 1200dpi schafft. Bei langen Standzeiten wird wie bei den Tintenstrahldruckern mit einem Luftdruck der Druckkopf im automatischen Zyklus gereinigt.
Der Druckkopf ist in zwei Farbbereiche geteilt, die eine Hälfte in Schwarz und Cyan und die andere Hälfte in Magenta und Gelb.
An der Vorderseite hinter einer Klappe befinden sich die vier Tintentanks, welche vom Druckkopf getrennt sind. Diese Tintenpatronen sind vakuumverpackt und mittels Förderpumpe werden diese vollkommen entleert, sodass es im Vergleich zu den gewöhnlichen Tintenstrahlpatronen komplett leer gedruckt werden.
Der Papiertransport wird mittels elektrostatischen Transportbandes befördert, so kann randlos gedruckt werden ohne, dass die Rollen die Tinte verwischen, dies macht sich beim Duplexdruck sehr erkenntlich.
Toner.at Testbericht:
Wir wollten wissen ob der Gel-Drucker sich mit dem Laser Drucker messen kann. Vor 10 Jahren hat Ricoh eine neue innovative Drucktechnik hervorgebracht hat, welche laut Ricoh „Neue Dimension des Druckens“ versprochen hat und wollten erfahren was sich bis heute in der Gel-Druck-Technologie verändert hat.


Druckgeschwindigkeit:


Wenn man nicht auf hohe Qualität Werte legt,  ist der Gel-Drucker relativ schnell. Welches als Bürodrucker nicht ausschlaggebend ist. Bei eins- und zweiseitigen Dokumentendruck hat der Gel-Drucker die Nase vorn. Denn Laserdrucker brauchen für den Druck der ersten Seite ungewöhnlich lange, welche auf das Energiemanagement zurückzuführen ist.
Bei hohem Qualitätsanspruch und vielseitigem Ausdruck punktet der Laser-Drucker, im Vergleich zum Gel-Drucker.


Druckqualität:

Für die Qualität von Ausdrücken wie Tortendiagramme und gedrucktem Text ist der Laserdrucker noch immer die bessere Wahl, welches man aber bei Fotoausdrücken nicht behaupten kann. Der Gel-Drucker begeistert bei Fotos mit intensiveren Farben, welche mit bloßem Auge erkennbar sind, wie bei üblichen Tintenstrahldruckern.
Bei randlosem Bilddruck ragt der Druckkopf über den Papierrand, bei üblichen Tintenstrahldruckern wird die Tinte mittels Schwamm aufgefangen, jedoch lässt sich diese technisch mittels Transportband nicht bewältigen. Bei mehrfachem Druck macht sich die Farbe Magenta am Transportband bemerkbar. Des Weiteren ist erkennbar dass der Gel Drucker anstatt Farbe Gelb die Magenta Farbe verteilt hat. Um dies zu verhindern sollte mittels Treibersoftware eine Düsenreinigung gestartet werden, welches im täglichen Bürostress nicht vorteilhaft ist.
Unterm Strich ist der Gel-Drucker als Office Drucker gedacht gewesen, jedoch kann diese mit dem Laserdrucker nicht mithalten.


Druckkosten:


Wie bereits bekannt, werden die üblichen Tintenstrahldrucker dem Verbraucher billig nachgeschmissen dafür verdienen die Konzerne mittels Patronenverkauf sich eine goldene Nase. (mehr zu diesem Thema finden Sie in unserem Youtube-Channel)
Mit dem Gel-Drucker wollte man diesen Nachteil zum Vorteil wandeln, da laut Ricoh weniger Farbe aus dem Drucktank verwendet wird und die Drucktanks mittels Förderpume vollkommen entleert werden.
Im Vergleich, druckt man mit dem Laserdrucker noch immer kostengünstiger, obwohl diese einen höherer Stromverbrauch, durch das ständige Nachheizen der Fixiereinheit haben, kann mittels intelligentem Standby Modus der Stromverbrauch der Lasergeräte reduziert werden.


Fazit:


Toner.at Testergebnis: Es scheint dass sich in den letzten 10 Jahren keine sonderliche Änderung in der Geldruck-Technik getan hat. Der Gel-Drucker welcher grundsätzlich als Bürodrucker gedacht war, kann dem Laserdrucker leider noch nicht die Tinte reichen.
In Bereichen wie Schnelligkeit und Anschaffung ist der Gel-Drucker gut, jedoch bei vielseitigem Textdruck und laufenden Kosten sind Sie mit dem Laserdrucker besser dran.